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Appell an Vermieter und Mieter von Gewerbeimmobilien: Mit Solidarität und gegenseitigem Verständnis gemeinsam die Krise bewältigen

Händler, Gastgewerbe, Handwerker, Dienstleister, Kulturtreibende und Produzenten sind von der Corona­Krise besonders stark betroffen. Sie betreiben meist kleine und mittlere Betriebe oder sind Solo­Selbstständige. Es sind die Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit ihrer Orientierung an den Wünschen von Kunden, Auftraggebern, Gästen oder Besuchern unsere Innenstädte und Ortszentren in besonderer Weise beleben und darüber hinaus die wirtschaftliche Basis für das gesamte Stadtgebiet bilden.

Das gilt für normale Zeiten. Nun aber erfahren viele dieser eigentlich sehr gesunden Betriebe wegen angeordneter Schließungen und Stornierungen verunsicherter Kunden einen historisch einmaligen Einbruch: Über Nacht sinken Umsätze auf Null, monatliche Ausgaben für Personal, Mieten und Unterhaltung in vier­, fünf­ oder sogar sechsstelliger Höhe laufen aber kaum gebremst weiter. Im Handel bindet die für das Frühjahr georderte Ware bis zu siebenstellige Anschaffungs­ und Lagerkosten; gerade die Ware, die der Mode und Jahreszeit unterworfen ist, kann aber jetzt nicht mehr zu den ursprünglich geplanten Preisen verkauft werden. In der Gastronomie läuft das Geschäft unter hohen Auflagen und mit der Hälfte der früheren Platzanzahl erst wieder an. Ebenso kann das Ladenhandwerk - wie Friseure und Kosmetikbetriebe - seine Dienstleistungen erst jetzt wieder erbringen. Das führt auf das gesamte Jahr gesehen zu Umsatzrückgängen von über 20 Prozent und löst sehr schnell große Liquiditätsprobleme aus.

Diese für kleine und mittelständische Betriebe oft existenzbedrohende Krise schlägt unmittelbar auch auf die Immobilienwirtschaft durch. Denn insolvente Unternehmen fallen schlagartig als Gewerbemieter aus. Da die Zahl der Betriebe insgesamt in der Krise sehr stark sinken kann, dürfte es auch weniger Nachrücker geben als bisher möglich.

Daher appellieren HAUS + GRUNDEIGENTÜMER BOCHUM e.V., die IHK Mittleres Ruhrgebiet sowie die Bochum Wirtschaftsentwicklung an alle Vermieter und Mieter von Gewerbeimmobilien, sich an einen Tisch zu setzen. Ziel des Dialogs muss es sein, trotz unterschiedlicher Interessen wichtige Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und bei krisenbedingten Problemen einen fairen Ausgleich und individuelle Lösungen zum dauerhaften Erhalt der Mietverhältnisse zu ermöglichen. Denn die Krise lässt sich nur mit Solidarität und gegenseitigem Verständnis füreinander bewältigen.

HAUS + GRUNDEIGENTÜMER BOCHUM e.V., die IHK Mittleres Ruhrgebiet sowie die Bochum Wirtschaftsentwicklung stehen allen Beteiligten gerne zur Seite, um für die betroffenen Betriebe die Chance zu verbessern, auch nach der Corona­Krise weiterhin leistungsfähig zu sein. Gleichzeitig fordern sie die Bundes- und Landespolitik auf, dieses Thema bei den Unterstützungsmaßnahmen konkret mit in den Blick zu nehmen. Es geht hier über die Akuthilfen für von Umsatzeinbrüchen betroffene Betriebe hinaus, um die notwendigen Mittel sowie die gewachsenen Strukturen in unseren Stadt­ und Gemeindezentren und an den Betriebsstandorten in Gewerbehöfen und Gewerbegebieten zu erhalten. Eine gesunde Mischung von Wohnen und Gewerbe macht die Attraktivität unserer Städte und Gemeinden aus. Der von der Bundesregierung geplante Krisenfonds für Härten im Immobilienbereich sollte deshalb auch auf die Probleme gewerblicher Vermietung ausgerichtet werden.

Ihre Ansprechpartner sind Frau Dr. Stephanie Vornholz von Haus + Grundeigentümer Bochum, Tel. 0234 - 96127-10, Herr Stefan Postert von der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Tel. 0234 - 9113-135, und Herr Jürgen Knoth von der Bochum Wirtschaftsentwicklung unter Tel. 0234 - 61063-138. Sie stehen gerne für Hintergrundgespräche zur Verfügung.  

Bochum, im Mai 2020

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